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Old 10-08-2001, 19:07
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Wieso CD-Brenner nicht alle Daten vertragen"Schwache" Sektoren
Eigentlich erwartet man von einem CD-Brenner ja, dass er alle Daten, die man ihm vorsetzt, auch korrekt auf eine CD schreibt. Schließlich funktioniert so ein Gerät digital. Und trotzdem gibt es gewisse Datenmuster, die zu vollkommen unleserlichen, defekten Sektoren führen. Wie kann das sein?

Die Vorstellung vom digitalen Speicher CD-ROM ist eine Vereinfachung. Ganz tief unten, unter verschiedenen Codierungen und mehreren Schichten Fehlerkorrektur, ist die Information auf einer CD eine ziemlich analoge Angelegenheit. Sie besteht aus Pits und Lands, Zonen unterschiedlicher Reflektivität. Beim Lesen erzeugt diese Struktur über einen Fotosensor eine Wechselspannung, die anschließend digitalisiert wird. Und genau hier beginnt das Problem. Um die analoge Spannung in die Werte "1" und "0" umzusetzen, wird ein Schwellenwert zwischen den Maximalwerten der Wechselspannung festgelegt. Alles darüber wird zur "1", alles darunter zur "0". Normalerweise, bei einer gleichmäßigen Verteilung von Pits und Lands, funktioniert dies wunderbar. Sind Pits und Lands jedoch sehr ungleichmäßig verteilt, enthält die resultierende Spannung einen Gleichspannungsanteil, der kurze und damit schwache Signale vom Schwellenwert wegschiebt. Bei der Digitalisierung entstehen also Fehler. Genau aus diesem Grund gibt es für das Verhältnis von Pits und Lands, die Asymmetrie, Grenzwerte. Üblicherweise verwendet man allerdings einen verwandten Wert, Beta.

Leider existieren nun einige Datenmuster, die genau diese Asymmetrie auf der CD erzeugen. Wann diese so ####k wird, dass die entstehenden Fehler von der Fehlerkorrektur nicht mehr korrigiert werden können, hängt unter anderem von der Pitgeometrie, dem Medium und dem Leselaufwerk ab. Ob eine bestimmte Kombination von diesem Problem betroffen ist, oder ob sie auch mit der größtmöglichen Asymmetrie noch zurechtkommt, kann man leicht mit der Datei max.iso überprüfen. Sie enthält einige Sektoren (Mode 1/2048) mit den entsprechenden Datenmustern. Wer sich daraus kein komplettes Image zurechtbasteln will, kann die Datei auch direkt auf eine CDR (oder besser CDRW) brennen. Da die Dateianfänge genau auf Sektorgrenzen liegen (nicht bei UDF), funktioniert auch dies.

Was kann man aber nun tun, wenn man diese kritischen Datenmuster doch brennen will? Außer dem Verändern der Muster - nichts! Das hört sich allerdings schlimmer an, als es ist. Denn aufgrund einer Eigenschaft dieser Muster genügt es, wenige Werte zu ändern. Und diese "absichtlichen Fehler" kann man praktischerweise so im Sektor verteilen, dass sie von der Layered Error Correction wieder herausgerechnet werden. Wer es selber ausprobieren will, sollte sich den BetaBlocker herunterladen. Dieses kleine Programm benötigt die VB5-Runtime, die ab Windows 98 aber vorhanden sein sollte. Die Funktionsweise ist einfach: Eine Image-Datei (Mode 1/2352, z.B. CloneCD *.img) per Drag and Drop ins Programmfenster ziehen, Muster suchen und, falls erforderlich, ändern.


Leider funktioniert die Methode noch nicht mit sehr ####k asymmetrischen Mustern, und, da es theoretisch sechs verschiedene Möglichkeiten gibt, Daten in einem Sektor zu verteilen, das Programm aber nur eine berücksichtigt, möglicherweise auch nicht mit allen Rekordern. Ausprobieren ist angesagt.

Download BetaBlocker (16KB, erfordert VB5-Runtime)
Download max.iso (11KB)
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